Stolpersteine in Quickborn

Eine Aktion des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Kleine, in den Boden eingelassene Gedenksteine erinnern an Menschen, die durch die Nationalsozialisten zu Tode gekommen sind. Auch hier in Quickborn kamen Menschen zu Tode, weil sie Kommunisten, Regimekritiker, Zwangsarbeiter, Gewerkschafter waren oder weil sie behindert waren und nicht in das Bild der Machthaber passten. In Quickborn wurden bis heute 8 Stolpersteine verlegt.

Die Stolpersteine erinnern an:

 

Paul Warnecke, einen jungen Kommunisten, der 1933 von einem SA-Mann in Quickborn ermordet wurde. Der Stolperstein befindet sich am Harksheider Weg / Ecke Birkenwäldchen

 

Hermann Hinrichs, einen Gewerkschafter, der 1944 aus Rache für das Attentat auf Hitler im KZ Neuengamme ermordet wurde. (Fritz-Reuter-Straße 3 in Quickborn-Heide)

 

Richard Weise, einen Redakteur, der nicht den Vorstellungen der Machthaber entsprach und deshalb 1941 im KZ Buchenwald ermordet wurde. (Grandweg / Ecke Lerchenweg in Quickborn-Heide)

 

Max Kellermann, einen Regimekritiker, der 1944 im KZ Finkenwerder ermordet wurde. (Friedrichsgaber Straße 37 in Quickborn-Heide)

 

Jan Sodczyk, einen polnischen Zwangsarbeiter, der 1945 an den Folgen seiner Haft im Arbeitslager Kiel gestorben ist. (Friedensstraße 10 in Quickborn-Renzel)

 

Magda Janzen, eine 27-jährige, psychisch kranke, junge Frau, die 1941 im Rahmen des sogenannten "Euthanasie-Programms" in der "Heil- und Pflegeanstalt Bernburg" an der Saale durch Kohlenmonoxidvergiftung ermordet wurde. Ihr Stolperstein befindet sich auf dem Bürgersteig vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnsitz (Kieler Straße 138 in Quickborn)

 

Martha Weidmann, eine damals 41-jährige psychisch erkrankte Frau, die im Rahmen der sog. "Euthanasie" am 2.7.1943 in der Tötungsanstalt Hadamar im Kreis Limburg ermordet wurde. Wie die anderen, so soll auch dieser Stolperstein dazu beitragen, die Erinnerung an die Opfer der mörderischen Ideologie der Nationalsozialisten wach zu halten und uns mahnen, wachsam gegenüber neuen rechtsextremen Tendenzen zu sein.
(Heinrich-Lohse-Str. 7 in Quickborn)

 

Paul Thomsen, einen35-jährigen ebenfalls psychisch kranken Mann. Er wurde Aufenthalt in verschiedenen Heilanstalten im November 1941 in die Gauheilanstalt Tiegenhof im heutigen Polen gebracht und starb dort am 14. Mai 1944. (Kieler Str. 157 in Quickborn)

 

"Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selber" (Jean Baudrillard 1929-2007)

 

Aktuelles

"Heimat im Gepäck" Konzert  Anna Haentjens  am 3.11.2017 um 19 Uhr im Artur-Grenz-Saal in Quickborn, Am Freibad 7. Eintritt 10 € / 5 €

Mitmachen

Forschen Sie in Ihrer Straße nach Ereignissen aus der NS-Zeit. Das Ergebnis kann auf der Webseite "Spurensuche" veröffentlicht werden.

Sponsoren

Für die geplante Stele für Paul Warnecke suchen wir noch weitere Spender, die uns bei der Verwirklichung unterstützen. Spendenbescheinigung kann erstellt werden. IBAN:

DE320221914050057049440